Re: Morbus Basedow bei 10 Jahre alter Tochter

Geschrieben von Andrea am 17. August 2003 20:48:38:

Als Antwort auf: Morbus Basedow bei 10 Jahre alter Tochter geschrieben von Kerstin am 06. Dezember 2002 19:37:05:

>Hallo,
ich bin 16 Jahre alt.Bei mir wurde Morbus Basedow mit 11 Jahren festgestellt. Danach habe ich 5 Jahre Carbimazol eingenommen. Bei mir gab es zum Glück keine Nebenwirkungen,auch wenn ich ein paar Haare mehr verlor als früher,fand ich jedenfalls,hatte ich immer noch genug.Wegen den Tabletten musste ich zur ständigen Blutkontrolle zu meiner Ärztin,jede paar Wochen.Ich war in 4 verschiedenen Krankenhäusern,darunter auch eine Augenklinik,weil meine Augen etwas weiter herausstanden.In einem Krankenhaus riet man mir zu diesen Radioaktiven Kapseln,doch meine Ärztin sagte mir das das in meinem alter ein zu hohes Risiko wär,denn sonst könnten meine Kinder später mal eventuell Behindert sein. Das Risiko war mir einfach zu groß. Nach diesen 5 Jahren,in denen wir hofften, dank der Tabletten würde die Überfunktion weggehen,was nicht passierte (im Jahr 2001 war sie etwa ein viertel Jahr weg,dann kam sie wieder), riet mir meine Ärztin zu einer operation,da die Tabletten auf die dauer nicht gesund wären und ich mit ihnen nicht Schwanger werden darf.So ging ich also vor etwa 10 Wochen in das "Evangelische Diakonissenkrankenhaus Stuttgart",da sie dort auf solche operationen spezialisiert sind.Die Untersuchten mich schnell und sagten mir ich werde am 01.08.2003(vor 2 Wochen)operiert.Davor hatte ich mir nie wirklich gedanken gemacht, doch ca. 2Wochen davor hatte ich richtige Panik.Als ich dann am 31.07.2003 ins Krankenhaus aufgenommen wurde merkte ich schnell das die Ärzte, Schwestern & Pfleger alle total nett waren.Sie haben mich getröstet und mir Mut zugesprochen.Ich war mit 16 mit abstand die jüngste,vielleicht wurde ich gerade deswegen ein wenig bemuttert,was nicht gerade schlecht war.Meine Zimmernachbarn waren echt spitze. Ich war öfters auch alleine, da meine Familie wegen der Entfernung von 45 KM nicht ständig da sein konnten.Doch so ganz alleine war ich nie.Am Abend vor der OP gabs Schlafmittel und Beruhigungsmittel,danach war mir alles egal.Ab 24 Uhr durfte ich nichts mehr essen & trinken,was aber nicht schlimm war.Am nächsten morgen bekam ich nochmal Schlafmittel und Beruhigungsmittel und fuhr, wie die Schwestern bestätigten, gut gelaunt in den OP.Das hätte ich davor nie gedacht.Der Arzt der mich operierte war super nett und tat seine sache sehr gut.Nach nicht einmal einer Stunde war alles vorbei und nach der OP konnte ich auch gleich wieder allein aufs Klo.Einen Tag später sogar wieder rumlaufen.Die Schmerzen waren erträglich,als ob ich Halsschmerzen hätte,wenn sie stärker gewesen wären hätte ich auch Zäpfchen bekommen können,doch das war nicht nötig.Wenn ich nochmal operiert werden müsste dann nur in diesem Krankenhaus,da die dort spezialisiert sind auf Basedows,das merkte man auch.Von weit her kamen die Leute um sich dort operieren zu lassen. Am 05.08.2003 kam ich wieder raus und war fast schon ein bisschen traurig darüber. Seither nehme ich Schilddrüsenhormone, ganz natürliche Medikamente, nichts Körperfremdes und bin Glücklich mich operiert zu haben.Jetzt erinnert nur noch die Narbe an meinem Hals an die OP,doch die wird blässer und blässer und bald so gut wie gar nicht mehr zu sehen sein.Meine Augen sind auch wieder völlig normal,das ging ganz schnell. Es war alles halb so schlimm und es war das absolut richtige Krankenhaus.Sollte Ihre Tochter mal operiert werden,vielleicht muss sie ja nicht,dann empfehle ich Ihnen dieses Krankenhaus.Meine Hausärztin unterstützte mich all die Jahre wunderbar.
Schöne Grüße an meine kleine Leidensgenossin und gute Besserung

Bye,
Andrea


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